Gebäudeeinmessungen

Wenn ein Gebäude neu errichtet oder baulich erweitert wurde, muss nach Fertigstellung eine Gebäudeeinmessung durchgeführt werden.

Die Gebäudeeinmessung kann nur durch einen Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur oder durch das zuständige Katasteramt durchgeführt werden, da die Einmessung des neu errichteten Gebäudes Bezug zu den rechtmäßigen Grenzen nimmt. Baupläne und Lagepläne reichen als Nachweis nicht aus.

Zweck der Einmessungspficht Der amtliche Nachweis des Liegenschaftskatasters als Register aller Liegenschaften weist neben den Grundstücksdaten auch Gebäude vollständig und geometrisch genau nach. Neben der Eigentumssicherung werden die Inhalte des Liegenschaftskatasters als Geobasisdaten für - Wirtschaft ( z. B. Ver- und Entsorgung)
- Navigationssysteme
- Landesplanung / Bauleitplanung
- Umwelt- und Naturschutz
und vieles mehr genutzt. Der Nachweis muss zur Wahrnehmung der vielfältigen Aufgaben ständig auf dem Laufenden gehalten werden. Deshalb sind Grundstückseigentümer und Erbbauberechtigte seit 1972 gesetzlich verpflichtet, auf ihrem Grundstück neu errichtete oder im Grundriss veränderte Gebäude auf eigene Kosten einmessen zu lassen ( §16 Vermessungs- und Katastergesetz für das Land Nordrhein-Westfalen - VermKat G NRW – vom 01.04.2014 – GV.NRW2014 Nr.11, S. 253 )

Einmessungspflicht

Die Einmessungspflicht beruht auf dem Vermessungs- und Katastergesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (§16 VermKatG NRW) und dient der Laufendhaltung des amtlichen Katasternachweises.

Enstehung der Einmessungspflicht In Nordrhein-Westfalen müssen alle nach dem 31.07.1972 neu errichteten Gebäude im Liegenschaftskataster nachgewiesen werden. Die Einmessungspflicht entsteht unmittelbar nach Fertigstellung des Gebäudes oder der äußeren Grundrissveränderung. Die Verpflichtung ruht wie eine öffentliche Last auf dem Grundstück und geht auch auf etwaige Rechtsnachfolger über.

Einmessungspflichtige Gebäude Alle dauerhaften Gebäude, egal welcher Nutzung, sind einmessungspflichtig: - Wohnhäuser
- Garagen
- öffentliche Gebäude
- landwirtschaftliche und gewerbliche Bauten
- bauliche Anlagen zur Energieerzeugung wie z.B. Biogasanlagen oder Windkraftanlagen usw.

Nicht einmessungspflichtig sind: - Umbauten ohne größere Grundrissveränderung ( z. B. bei nachträglicher Dämmung )
- nur vorübergehend aufgestellte Gebäude
- Gebäude mit weniger als 10 m² Grundrissfläche
- Gebäude von geringer Bedeutung ( z. B. Gartenhaus oder offener Carport ).

Vom Neubau zur aktuellen Karte

Der Grundstückseigentümer

  • beauftragt den Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur nach Fertigstellung seines Neubaus mit der Gebäudeeinmessung

Der Öffentlich bestellte Vermessungsingenieur

  • bestätigt den Auftrag mit einer schriftlichen Auftragsbestätigung
  • informiert das zuständige Katasteramt über den Einmessungsauftrag
  • führt die örtlichen Vermessungsarbeiten durch
  • fertigt die Vermessungsschriften an und reicht sie der Katasterbehörde ein

Das Katasteramt

  • übernimmt die Messergebnisse und führt das Liegenschaftskataster fort 
  • erstellt für den Eigentümer einen aktuellen Kartenauszug mit dem eingemessenen Gebäude

Kosten

Die Gebühr für eine Gebäudeeinmessung ist in der für alle Vermessungsstellen geltenden Vermessungs- und Wertermittlungsgebührenordnung festgelegt. Sie bemisst sich nach den Normalherstellungskosten 2000 des Gebäudes.

Normalherstellungskosten
Die Normalherstellungskosten für Gebäudetypen aller Art sind bundeseinheitlich in einem Gebäudekatalog festgelegt. Sie basieren u.a. auf den Wertermittlungsrichtlinien des Bundes. Bei der Einstufung für die Einmessungsgebühr wird unabhängig von individuellen Kosten eine mittlere Ausstattung der Baujahrsklasse 2000 zugrunde gelegt.

Die Gesamtkosten errechnen sich aus der Gebühr zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer. 

Werden Gebäude auf aneinandergrenzenden Grundstücken eingemessen, ermäßigt sich die Gebühr für jede Einmessung um bis zu 20%. 

Wird die Gebäudeeinmessung in zeitlichem und örtlichem Zusammenhang mit anderen Fortführungsvermessungen ausgeführt, sind weitere Ermäßigungen vorgesehen.

Gern stehe ich für weitere Informationen rund um das Thema Gebäudeeinmessung, Kosten und mögliche Ermäßigungen zur Verfügung.

Auszug aus der Gebührenordnung:

Tarifstelle 4.2 Gebäudeeinmessungsgebühr
NHK 2000

Gebühr

0 - 25.000 300,00
25.001 - 75.000 480,00
75.001 - 300.000 830,00
300.001 - 600.000 1.350,00
600.001 - 1.000.000 2.100,00